Eitan Vitkon: Ausstellung, Biographie & Interview

Wir freuen uns ab Anfang Februar den Künstler Eitan Vitkon mit seiner ersten

Soloausstellung in Berlin

im mz project room maia zinc in Berlin-Schöneberg auszustellen.

Eröffnung am Donnerstag: 1. Februar 2018 von 19 bis 22 Uhr

Ausstellung vom 2. Februar bis 2. März 2018

Vom 2. Februar bis zum 2. März 2018 stellt der israelische Photograph Eitan Vitkon Werke aus seinen Zyklen „Absent“, „Thorns“, „Wonder-Fool“ und „Sea“ der Jahre 2011 bis 2017 im mz project room maia zinc in Berlin–Schöneberg aus.

  1. Artist Talk
  2. Der Künstler
  3. Biographie
  4. Vernissage
  5. Ein Interview mit Eitan
  6. Eitans Arbeiten – ein paar Beispiele

Artist Talk

Eitan vitkon bubble art mz project room berlin 2018

Liebe Kunstfreunde,

wir laden Euch herzlich zum Artist Talk mit Eitan Vitkon
am Sonntag, den 18. Februar um 17.00 Uhr in die Kyffhäuserstraße 16 ein.
Wir möchten die eine oder andere Technik des Künstlers hinterfragen. In Vitkons Photographien und Videokunst geht es um Erinnerung, Sujet, Wahrnehmung und vor allem Zeit.

Wir bieten Ihnen eine besondere Gelegenheit, mit Eitan in Kontakt zu treten, um mehr über Projekte und Hintergründe seiner Werke zu erfahren.

In dem Videokurzfilm „Absent“ erinnert Vitkon z.Bsp. an die Tragödie des Massakers im Wald von Rumbula in der Nähe von Riga (Lettland). Das Video entstand im Rahmen eines Projektes, das er mit dem Künstlerfreund Doron Polak in Riga durchführte. „When I was there, I asked volunteers to join me for a „shooting“ day at the forest…“

 

> Auszug eines Interviews mit dem Künstler

Das Gespräch findet in englischer Sprache statt; Übersetzung kann bei Bedarf angeboten werden.

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Bei Interesse schicken wir Euch sehr gerne das Exposé mit allen zum Verkauf stehenden Arbeiten von Eitan Vitkon.

Das war der Artist Talk

Ein paar fotografische Eindrücke:

Der Künstler Eitan Vitkon

In Vitkons Photographien und Videokunst geht es um Erinnerung, Sujet, Wahrnehmung und vor allem Zeit. Je länger man schaut…, hin- oder wegschaut, umso mehr stellt der Betrachter eine emotionale Bindung zum Gesehenen her, positiv oder negativ. Die Wahrnehmung verzerrt unter Umständen, die Erinnerung verändert sich, hält sich an bestimmten Details fest.

Die Werke von Eitan Vitkon befassen sich mit Zeit, die umgekehrt und gedehnt wird, oder einfach still steht.

Naturkomponenten sowie Mensch erfahren durch das technologisch geschärfte oder verfremdete Auge fast eine Loslösung vom Kontext.
Vitkons zum Teil großformatige Werke bestechen durch hochtechnologische Präzision und starke Ästhetik. Seine Bilder unterlaufen keine computerisierte Nachbearbeitung.

Die Biographie Eitan Vitkons

Eitan Vitkon, Jahrgang 1967, wuchs im Süden Israels auf und absolvierte sein Architekturstudium am amerikanischen Pratt Institute in New York City. Schon während des Studiums war er von photographischen Möglichkeiten fasziniert und machte das Hobby später zum Beruf. Seit gut 15 Jahren arbeitet er als Photograph, stellte in Einzel- und Gruppenausstellungen aus, so etwa zur israelischen Identität, und hat sich zu einem international gefragten Künstler entwickelt. Seine Werke werden in bekannten Museen und Galerien sowie in privaten Sammlungen gezeigt.

Vernissage im mz project room

Die Vernissage fand am Donnerstag, dem 1. Februar 2018, um 19:00 Uhr im mz project room maia zinc, Kyffhäuserstr. 16, Berlin-Schöneberg statt. Wir freuten uns über viele Gäste und einen kunstreichen Abend.

Ein Interview mit Eitan Vitkon

Wie bist du zur Fotografie gekommen? Würdest du dich als Autodidakt bezeichnen?

Eitan Vitkon: In Sachen Fotografie bin ich Autodidakt. ich kam aus der Architektur. Ich habe am Pratt Institute in New York Architekturur studiert. Während meines Studiums habe ich ein Projekt über das Paradoxon zwischen dem Erscheinungsbild der Stadt New York mit ihrem starren Raster aus vertikalen und horizontalen Linien einerseits und den reflektierenden Glasfassaden andererseits gemacht, die ein amorphes und erotisches Bild dieser Stadt erzeugen. Dieses Paradoxon war der Beginn meiner Fotografie.warum bist du nach Berlin gekommen und was hast du vor?
Ich bin hier auf einem Sabbatical. Ich kam hierher, um Foto- und Videokunstprojekte zu machen. Am Ende meines Aufenthaltes möchte ich eine Installation bestehend aus acht Leinwänden machen, in der ich eine art Piazza erschaffe, eine imaginäre Piazza, die sich mit der Architektur der Stadt auseinandersetzt. Die für eine lange Zeit sehr solide und nachhaltig ist, im Gegensatz zu den Menschen, die kommen und gehen. Und ich als ein Mitglied der dritten Generation nach meinem Großvater, der hier in Berlin aufgewachsen ist und 1935 nach Palästina gegangen ist, kam hierher zurück, um eine art Schlussstrich zu machen. Ich kreise herum, um meinen Platz in dieser Welt zu finden. Dem Motiv des „wandernden Juden“ folgend.
In meiner Einzelausstellung im Projektraum von mz werde ich eine Zusammenstellung meiner früheren Arbeiten zeigen, die sich mit der Zeit an sich beschäftigen. Da sie eines der Hauptthemen in all meinen fotografischen Arbeiten ist.

Warum Fine Arts? Und was sind deine Themen, von denen du denkst, dass sie Kunst am besten vermitteln?

Eitan Vitkon: Warum Kunst? es klingt vielleicht albern, aber ich habe es mir nicht ausgesucht. entweder man kann es; es kommt aus dem Bauch heraus, oder nicht. Seit meinem Architekturstudium war ich in der Kunst, ich malte und ich fotografierte. ich schätze Architektur und ich bin immer noch Architekt in Teilzeit. Aber Kunst passt besser zu meinem Charakter. Als Künstler bin ich flexibler, Architektur ist sehr starr und braucht viel Disziplin. wenn ich in ein Fotoprojekt komme, weiß ich, wie ich dort hinein gehe, aber ich weiß nie wie ich herauskomme.

Was sind deine liebsten Kameratechniken und warum und wie gehst du deiner Kunst nach?

Eitan Vitkon: Vom ersten Tag an, an dem ich eine Kamera nahm, betrachtete ich sie als Pinsel in der Hand eines Malers und nicht als Werkzeug. Ich versuche immer, die Grenzen der Fotografie zu durchbrechen und versuche so weit wie möglich von der sogenannten Fotografie wegzukommen. Und deshalb sehen die Bilder eher wie ein Gemälde aus. um das zu erreichen, mache ich alle möglichen Manipulationen. Entweder durch Filter, oder durch Fotografieren einer Reflexion, oder durch den Bau einer Skulptur, auf die ich projiziere. Oder Langzeitbelichtung. Ich mache keine Nachbearbeitung am Computer. Diese Technik der Langzeitbelichtung ermöglicht es mir, die Kamera wie einen Pinsel zu benutzen. Ich bewege die Kamera und benutze die Farbe und das Licht um auf diesem Film — oder was auch immer das Medium ist — zu malen.

Du kommst aus dem schnelllebigen und sich ständig veränderndem Israel. Was bedeuten Zeit und Orte für dich?

Eitan Vitkon: Hier fühle ich mich vom Kontext des Landes losgelöst. in Israel bin ich Teil des Ortes; ich diente in der Armee und mein sie war Teil meines Körpers, Teil meines Fleisches. Alles, was dort passiert, macht mich glücklich oder ich bin beleidigt oder werde verrückt. Es betrifft mich sofort. Hier lebe ich in meiner eigenen Blase, kenne die Sprache nicht. Ich lebe in meiner Vergessenheit, es fühlt sich an wie ein Urlaub. Es ist wie ein Atmungsprozess. Der Rhythmus Israels ist schwer zu beschreiben. Zum Beispiel: In meiner Fotoserie mit den Blasen schwebt die Blase in einem unabhängigen Kosmos in der Luft. Und sie ist so schön und reflektiert überall. Und ja, Israel ist so ein erstaunlicher Ort. Aber es ist so zerbrechlich und alles kann sich aufblasen, kann explodieren. Und es bewegt sich von einer Seite zur anderen wendet sich und geht plötzlich in die andere Richtung. In Israel sind wir ständig in einer manischen Depression. Hier habe ich das (noch) nicht. Hier bin ich eine sanfte Person.

In deiner Arbeit geht es um Zeit, aber auch um Gedächtnis. Was fasziniert dich an der Erinnerung? Was fällt dir zuerst ein, wenn du zurück in Tel Aviv bist und an Berlin denkst?

Eitan Vitkon: Ich beginne mit der zweiten Frage. Wenn ich nach Tel Aviv komme, zeigt es mir sofort den unterschied zwischen den beiden orten. Der unterschied ist wie ich mich selbst und meine Existenz fühle. Sobald ich in Israel aus dem Flughafen gehe, fühle ich die Ankunft des israelischen Rhythmus und zwei Minuten später bin ich so beschäftigt und ich muss sofort auf einmal zu Millionen von Orten gehen. An Ort und stelle vermisse ich meine Existenz in Berlin, meine Ruhe, meine Isolation. Ohne die Verantwortung gegenüber dem riesigen Land im Rücken zu haben.
Was Erinnerungen betrifft: Das ist teil dessen, wer wir sind. Es betrifft mich. In meiner Arbeit, wenn ich ein Projekt über mein Land mache, vermisse ich die ganze zeit das alte Israel. Ich vermisse, was Israel sein sollte. Als ein Kind und als Erwachsener, der bereit war, sein Leben für sein Land zu geben. Und nun schaue ich auf mein Land. Es ist wie aufzuwachen und nicht die Frau zu erkennen, die neben dir schläft. Was zur Hölle ist passiert?
Und mit der Erinnerung versucht man, dorthin zurückzugehen, und das ist eine Falle, weil man dorthin nie mehr zurückgehen kann. Du versuchst, zurückzugehen und die Realität mit den Augen dieses jungen Mannes zu betrachten, der bereit war, alles für sein Land zu tun, und jetzt ist dieser junge Mann bereit, sein Land zu verlassen.

Deine Arbeiten sind in einem Spektrum von monochromatischen bis hin zu sehr wenigen Farben. Woher kommt das?

Eitan Vitkon: Das ist nicht ganz richtig. Es gibt zwei parallelen in meinen Arbeiten. Eine ist meine Persönlichkeit, Was ich für meinen eigenen Spaß tue, und das ist eine Serie von cineastischen Fotografien, die sehr farbenfroh sind. immer wenn Leute in mein Studio kommen, schätzen sie alles dort sehr und am Ende kaufen sie etwas für das haus, das glücklich wirkt und das ist etwas, was ich repräsentiere. Auf der anderen Seite habe ich eine Art sozialpolitische Kunst, die viel einfarbiger ist, weil die Realität nicht so bunt ist wie ich es möchte.
Neben deinen Videoarbeiten scheine deine Fotos ebenfalls Toneffekte zu enthalten. Stimmt das?
Ja, stimmt. Ich hoffe, dass meine Fotografie eine Zeitspanne darstellt. Es ist kein Bruch oder ein Moment den ich von der Realität isoliere. wenn du etwas anschaust, fühlst du, dass du eine Zeitperiode betrachtest und deshalb muss es einen Sound haben. Wenn Sie eine Zeitspanne von ein paar Sekunden haben, muss der Ton da sein, weil das Teil des Prozesses ist und wenn ich mit Langzeitbelichtung fotografiere, fühlen Sie, was Sie sehen. Wenn sie auf das Meer schauen, können sie die Welle tatsächlich hören. Sie fühlen, dass sie sich bewegt.

Was würdest du nie fotografieren?

Eitan Vitkon: Pressefotografie. Die bedrückt mich. Ich frage immer meinen Freund, den Fotojournalisten Ziv Koren: „Wie kannst du ins Bett gehen und dann tatsächlich einschlafen?“ Ich wäre zu sensibel für diese Arbeit.

Was oder wer inspiriert dich?

Eitan Vitkon: Das Leben inspiriert mich. Viele Menschen in meinem leben, besonders diejenigen, die tun, was sie tun wollen. Andere Künstler, die ihre Arbeit nicht für andere tun, sondern weil sie sie lieben. Und Künstler, die die Grenzen ihrer Medien durchbrechen, inspirieren mich.
Jetzt, wo ich darüber nachdenke, inspirieren mich meine eigenen Fehler. Ein anderer Fotograf sagte einmal: „Der erstaunliche teil deiner Arbeit ist, dass du tatsächlich einen Fehler gemacht hast und du es dennoch gemeistert hast.“ So wurde ich der Meister der Fehler. Und ich denke, dass all meine Arbeit die Frucht von Fehlern ist. Ich versuche etwas zu tun, was mir vorschwebte und dann erscheint ein Fehler und ich sage: „Wow, das ist ein guter Fehler, ich muss dieser Linie folgen“ und ich folge dieser Linie.

Was sind für dich die interessantesten Themen in Berlin? was würdest du versuchen zu erfassen?

Eitan Vitkon: für das Projekt, an dem ich arbeite bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Berlin als Stadt ein Modell für Architektur und Stadtlandschaft ist, das schon lange hier ist, und es wird auch sehr lange bleiben. Während die Menschen, die darin leben, sich ständig verändern. Und das möchte ich einfangen. Meine Familie kam aus Berlin und ging, jetzt komme ich wieder hierher. Leute kommen und gehen, während die Stadt die ganze Zeit hier ist. Ich möchte den Unterschied zwischen den Menschen und dem tatsächlichen Ort zeigen. Zum Beispiel die Villa, Hauptfiliale des Café Einstein in der Kurfürstenstraße, die vor 150 Jahren ein Schneiderhaus war, später ein Casino, dann wurde sie ein Büro der Nazis. Und dann verwandelte sie sich in ein Hotel und wieder in etwas anderes. So viele dinge sind mit diesem alten Gebäude passiert und dieses Gefühl möchte ich in meinem kommenden Projekt festhalten.

Irgendein Ort und Datum dafür?

Eitan Vitkon: Nein, weißt du, ich bin von der Generation Nike. Zuerst mache ich es und nachdem ich es getan habe, hoffe ich, dass sich etwas durchsetzt oder jemand darauf anspringt.

 

 

> Pressemitteilung

> Eitans Website

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