Verletzlichkeit – Ausstellung anlässlich der CSD-Woche vom 19.7. bis 26.7.2017

Jaap de Jonge vulnerability Exhibition Maia zinc Berlin July 2017

Verletzliche Männer in der Kunst

Jaap de Jonge fotografiert Männer. Ausgangspunkt ist immer jene Verletzlichkeit und die Einsamkeit, die des Öfteren daraus folgt. Dabei lässt er die ganze Palette an Gefühlen an den Zuschauern vorbeiziehen.

Von jeher werden Männer in der Kunst als robust und stark abgebildet. Männliche Kraft und Schönheit galten lange als Ideal für die Menschheit. Starke Männer wurden sehr oft als Beschützer von Frauen dargestellt.

Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden Männer immer häufiger „so wie sie sind“ gezeigt, ohne die ehemalige zurückliegende Bedeutung. Meistens wegen ihrer natürlichen Schönheit, wie zum Beispiel im Werk des deutschen Fotografen von Gloeden.
Im 20. Jahrhundert sehen wir dann auch die andere Seite – eine rohe, nackte
Wirklichkeit, u.a. in den Werken von Lucian Freud oder Francis Bacon.

Männerkunst wird oft mit Homosexualität assoziiert. Das ist im Werk von Jaap de Jonge nicht immer der Fall. Seine Männer werden meistens ohne sexuelle Absicht fotografiert. Ihm ist das innere Leben der Männer wichtig. Männer, die sich in ihrer Verletzlichkeit zeigen und sich trauen, diese mit anderen Männern zu teilen.

In einem Zeitalter in dem Frauen immer mehr Einfluss und Macht bekommen – der Mann wird im Grunde genommen nicht einmal mehr als Partner benötigt um Kinder zu zeugen – wird er immer mehr mit sich selbst konfrontiert. Er muss sich selbst neu entdecken und kann immer weniger auf alte Rollenmuster zurückgreifen. Das macht ihn verletzlich, verwundbar.

Darüber hinaus verweist Jaap de Jonge in seinen Bildern auf die eigene Jugend. Das verletzliche Kind, das immer an der Seitenlinie steht und Angst hat, abgewiesen zu werden.

Jaap de Jonge (1979)

Studium der niederländischen Sprache und Literatur an der Rijksuniversiteit Groningen (Niederlande). Fotograf. Autodidakt.

Seit 2005 aktiv im Bereich der Kunstfotografie.

Wohnt und arbeitet in Anloo, einem kleinen Dorf im Norden der Niederlande.